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Bau-Lexikon: 109 Begriffe rund um Hausbau und Finanzierung

Von Abnahme bis Zweckerklärung: Hier findest du die Begriffe, die dir in Bankgesprächen, Bauverträgen, Bauplänen und Energienachweisen begegnen, kurz und verständlich erklärt. Wo es einen ausführlichen Artikel gibt, ist er verlinkt.

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§ 14a EnWG Haustechnik & Energie
Nach § 14a EnWG sind Wallboxen, Wärmepumpen, Klimaanlagen und Batteriespeicher mit mehr als 4,2 kW, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen, steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf den Bezug im Notfall vorübergehend begrenzen, mindestens 4,2 kW bleiben verfügbar. Dafür sinken die Netzentgelte, wahlweise als Pauschale (Modul 1), als reduzierter Arbeitspreis mit eigenem Zähler (Modul 2) oder zusätzlich zu Modul 1 zeitvariabel (Modul 3). Mehr dazu →

A

Abnahme Recht & Verträge
Mit der Abnahme erklärst du, dass du die Bauleistung als im Wesentlichen vertragsgemäß anerkennst (§ 640 BGB). Damit wird die Schlusszahlung fällig, die Gefahr geht auf dich über und die Gewährleistungsfrist beginnt. Wegen unwesentlicher Mängel darfst du die Abnahme nicht verweigern. Vereinbare eine förmliche Abnahme mit Protokoll und nimm einen Sachverständigen mit. Mehr dazu →
Abschlagszahlung Recht & Verträge
Abschlagszahlungen sind Teilzahlungen nach Baufortschritt. Beim Verbraucherbauvertrag dürfen sie zusammen höchstens 90 Prozent der Gesamtvergütung erreichen (§ 650m BGB), der Rest wird mit der Abnahme fällig. Zahle nur für Leistungen, die tatsächlich erbracht sind, und lass dir den Bautenstand im Zweifel bestätigen. Mehr dazu →
Abstandsfläche Planung & Genehmigung
Abstandsflächen sind Flächen vor den Außenwänden, die von Bebauung frei bleiben müssen, damit Licht, Luft und Brandschutz gesichert sind. Ihre Tiefe richtet sich nach der Wandhöhe H und ist in den Landesbauordnungen geregelt. Die Musterbauordnung sieht 0,4 H, mindestens 3 Meter vor, einzelne Länder weichen davon ab.
Altlasten Planung & Genehmigung
Altlasten sind Verunreinigungen des Bodens, etwa durch frühere Tankstellen, Gewerbe oder Auffüllungen. Ob ein Grundstück als altlastverdächtig erfasst ist, erfährst du bei der Bodenschutzbehörde des Kreises oder der kreisfreien Stadt (Altlastenkataster). Eine Sanierung kann teuer werden, deshalb gehört die Abfrage vor den Kauf. Mehr dazu →
Annuität Finanzierung
Die Annuität ist die gleichbleibende Jahresrate eines Darlehens, meist in zwölf Monatsraten gezahlt. Sie besteht aus Zins und Tilgung. Weil die Restschuld sinkt, wird der Zinsanteil mit jeder Rate kleiner und der Tilgungsanteil größer. Mehr dazu →
Annuitätendarlehen Finanzierung
Das Annuitätendarlehen ist die übliche Form der Baufinanzierung. Du zahlst während der Zinsbindung eine feste Rate aus Zins und Tilgung. Die Höhe der Rate ergibt sich aus Darlehenssumme, Sollzins und anfänglicher Tilgung, zum Beispiel 300 000 Euro mal (3,5 + 2,0) Prozent geteilt durch 12 gleich 1 375 Euro im Monat. Mehr dazu →
Anschlussfinanzierung Finanzierung
Die Anschlussfinanzierung löst die Restschuld ab, die am Ende der Zinsbindung noch offen ist. Du kannst bei deiner Bank verlängern (Prolongation) oder zu einer anderen Bank wechseln (Umschuldung). Zum Ende der Zinsbindung ist ein Wechsel ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Mehr dazu →
Auflassungsvormerkung Recht & Verträge
Die Auflassungsvormerkung wird nach dem Notartermin im Grundbuch eingetragen und sichert deinen Anspruch auf Eigentumsübertragung. Der Verkäufer kann das Grundstück danach nicht mehr wirksam an jemand anderen verkaufen oder belasten. Erst wenn sie eingetragen ist, wird üblicherweise der Kaufpreis fällig.
Ausbauhaus Recht & Verträge
Ein Ausbauhaus liefert der Anbieter nur bis zu einer vereinbarten Ausbaustufe, etwa mit dichter Hülle und Installationen, aber ohne Innenausbau. Den Rest erledigst du selbst oder mit eigenen Handwerkern. Das senkt den Vertragspreis, verlagert aber Arbeit, Koordination und Gewährleistungsrisiko auf dich. Mehr dazu →

B

Batteriespeicher Haustechnik & Energie
Ein Batteriespeicher speichert tagsüber erzeugten Solarstrom für den Abend und die Nacht und erhöht so den Eigenverbrauch. Seine Wirtschaftlichkeit hängt vom Preis pro Kilowattstunde Kapazität, vom Strompreis und von der entgangenen Einspeisevergütung ab. Speicher mit mehr als 4,2 kW Ladeleistung aus dem Netz fallen unter § 14a EnWG. Mehr dazu →
Bauantrag Planung & Genehmigung
Mit dem Bauantrag beantragst du bei der unteren Bauaufsichtsbehörde die Baugenehmigung. Dazu gehören unter anderem Lageplan, Bauzeichnungen, Baubeschreibung, Standsicherheits- und Wärmeschutznachweise. Unterschreiben muss ihn ein bauvorlageberechtigter Entwurfsverfasser. In einigen Ländern ist für Einfamilienhäuser im Geltungsbereich eines Bebauungsplans statt einer Genehmigung ein Freistellungsverfahren möglich.
Baubeschreibung Recht & Verträge
Die Baubeschreibung legt fest, was das Haus enthält, von Wandaufbau und Fenstern bis zur Zahl der Steckdosen. Beim Verbraucherbauvertrag muss sie dir vor Vertragsschluss in Textform vorliegen (§ 650j BGB) und wird Vertragsinhalt (§ 650k BGB). Unklarheiten gehen zulasten des Unternehmers. Ungenaue Angaben wie „nach Wahl des Bauherrn“ ohne Preisrahmen sind ein Warnzeichen. Mehr dazu →
Baufenster Planung & Genehmigung
Das Baufenster ist der Bereich eines Grundstücks, in dem gebaut werden darf. Es wird im Bebauungsplan durch Baulinien und Baugrenzen festgelegt (§ 23 BauNVO). An eine Baulinie muss gebaut werden, eine Baugrenze darf nicht überschritten werden.
Baugenehmigung Planung & Genehmigung
Die Baugenehmigung bestätigt, dass dein Vorhaben dem öffentlichen Baurecht entspricht. Erst mit ihr darfst du bauen, je nach Land oft erst nach Baufreigabe. Sie verfällt, wenn du nicht innerhalb einer gesetzlichen Frist mit dem Bau beginnst, in vielen Ländern drei Jahre. Die Gebühren richten sich nach der jeweiligen Gebührenordnung.
Baugrundgutachten Planung & Genehmigung
Ein Baugrundgutachten untersucht mit Bohrungen oder Sondierungen die Tragfähigkeit des Bodens und den Grundwasserstand. Es bildet die Grundlage für Gründung, Bodenplatte oder Keller und Abdichtung. Ohne Gutachten trägst du das Risiko, wenn unerwartet schlechter Boden oder drückendes Wasser auftaucht. Mehr dazu →
Bauherrenhaftpflicht Recht & Verträge
Als Bauherr haftest du für Schäden, die Dritte durch deine Baustelle erleiden, etwa durch herabfallendes Material oder eine ungesicherte Grube. Die Bauherrenhaftpflicht deckt solche Personen- und Sachschäden ab. Sie ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber empfohlen, weil die Privathaftpflicht größere Bauvorhaben oft nicht einschließt.
Baulast Planung & Genehmigung
Eine Baulast ist eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Bauaufsicht, etwa eine Abstandsfläche für den Nachbarn freizuhalten. Sie steht nicht im Grundbuch, sondern im Baulastenverzeichnis der Bauaufsichtsbehörde. Frage es vor dem Kauf ab. In Bayern gibt es kein Baulastenverzeichnis, dort werden solche Pflichten über Dienstbarkeiten gesichert. Mehr dazu →
Bauleistungsversicherung Recht & Verträge
Die Bauleistungsversicherung zahlt für unvorhersehbare Schäden am entstehenden Gebäude, etwa durch Sturm, Überschwemmung, Vandalismus oder Diebstahl fest eingebauter Teile. Nicht versichert sind normale Witterungseinflüsse, Planungsfehler und mangelhafte Ausführung. Prüfe, ob dein Bauunternehmer bereits eine solche Versicherung für das Projekt abgeschlossen hat.
Baunebenkosten Finanzierung
Baunebenkosten sind alle Kosten rund um den Bau, die nicht im Hauspreis stecken: zum Beispiel Baugenehmigung, Vermessung, Baugrundgutachten, Prüfstatik, Hausanschlüsse, Baustrom, Versicherungen, Bereitstellungszinsen und Außenanlagen. Ratgeber nennen dafür häufig 15 bis 20 Prozent der Baukosten. Prüfe in der Baubeschreibung, welche Posten der Anbieter bereits übernimmt. Mehr dazu →
Bausparvertrag Finanzierung
Beim Bausparvertrag sparst du zunächst ein Guthaben bei einer Bausparkasse an. Ist der Vertrag zuteilungsreif, bekommst du zusätzlich ein Bauspardarlehen mit einem bei Abschluss festgelegten Zins. Dafür fallen eine Abschlussgebühr und während der Sparphase meist niedrige Guthabenzinsen an. Ob sich das lohnt, hängt vom Zinsniveau zum Zeitpunkt der Zuteilung ab.
Baustrom Haustechnik & Energie
Baustrom versorgt die Baustelle über einen Baustromverteiler mit Zähler, bis der Hausanschluss fertig ist. Du beantragst ihn über einen eingetragenen Elektroinstallateur beim Netzbetreiber, rechtzeitig vor Baubeginn. Kosten entstehen für Anschluss, Miete des Verteilers und Verbrauch. Bei vielen Fertighausanbietern ist er Aufgabe des Bauherrn.
Bauträger Recht & Verträge
Ein Bauträger verkauft dir Grundstück und Haus aus einer Hand, der Vertrag wird notariell beurkundet (Bauträgervertrag, § 650u BGB). Du wirst erst mit Eigentumsumschreibung Eigentümer und zahlst in Raten nach der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Grunderwerbsteuer fällt dabei auf den Gesamtpreis einschließlich Haus an.
Bauvoranfrage Planung & Genehmigung
Mit einer Bauvoranfrage lässt du einzelne Fragen vorab verbindlich klären, etwa ob ein Haus mit bestimmter Größe oder Dachform auf dem Grundstück zulässig ist. Der Bescheid heißt Vorbescheid und bindet die Behörde für einige Jahre, in vielen Ländern drei. Das lohnt sich vor allem vor einem Grundstückskauf ohne Bebauungsplan.
Bauvorlageberechtigung Planung & Genehmigung
Die Bauvorlageberechtigung ist die Befugnis, einen Bauantrag als Entwurfsverfasser zu unterschreiben. Sie haben in der Regel Architekten und Bauingenieure, die in der Liste der jeweiligen Kammer eingetragen sind. Die genauen Voraussetzungen regelt die Bauordnung des Bundeslandes.
Bauzeitenplan Planung & Genehmigung
Der Bauzeitenplan zeigt, wann welches Gewerk arbeitet und wann die Bauabschnitte fertig sein sollen. Er hilft bei der Planung von Auszahlungen, Bereitstellungszinsen und Kündigung der alten Wohnung. Ein verbindlicher Fertigstellungstermin gehört zusätzlich in den Bauvertrag. Mehr dazu →
Bebauungsplan Planung & Genehmigung
Der Bebauungsplan ist eine Satzung der Gemeinde, die festlegt, wie Grundstücke bebaut werden dürfen. Er regelt etwa Art der Nutzung, GRZ, GFZ, Zahl der Vollgeschosse, Baufenster, Dachform und Firsthöhe. Gibt es keinen, richtet sich die Zulässigkeit im Ort nach der Umgebungsbebauung (§ 34 BauGB).
Belegreife Bautechnik
Belegreife bedeutet, dass ein Estrich so weit ausgetrocknet ist, dass Bodenbeläge wie Parkett, Vinyl oder Fliesen verlegt werden dürfen. Sie wird vor dem Verlegen gemessen, häufig mit der CM-Methode. Je nach Estrichart, Dicke und Lüftung dauert das mehrere Wochen. Wird zu früh verlegt, drohen Schimmel, Verformungen und Ablösungen.
Beleihungsauslauf Finanzierung
Der Beleihungsauslauf gibt an, wie viel Prozent des Beleihungswerts deiner Immobilie das Darlehen ausmacht. Bei 320 000 Euro Darlehen und 400 000 Euro Beleihungswert sind es 80 Prozent. Banken staffeln ihre Zinsen danach: Je niedriger der Beleihungsauslauf, desto günstiger ist der Zins in der Regel. Mehr dazu →
Beleihungswert Finanzierung
Der Beleihungswert ist der Wert, den die Bank als dauerhaft erzielbar ansieht. Er liegt meist unter Kaufpreis oder Marktwert, weil die Bank kurzfristige Preisschwankungen und Kosten wie Nebenkosten oder Inventar herausrechnet. Für Pfandbriefbanken regelt die Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV) das Verfahren.
Bemusterung Recht & Verträge
Bei der Bemusterung wählst du beim Anbieter Ausstattungen wie Fliesen, Bodenbeläge, Türen, Sanitärobjekte und Elektroausstattung aus. Grundlage ist die Baubeschreibung. Alles, was über den dort festgelegten Standard hinausgeht, kostet Aufpreis. Lass dir jede Wahl mit Preis schriftlich bestätigen, bevor du unterschreibst.
Bereitstellungszinsen Finanzierung
Bereitstellungszinsen verlangt die Bank für den Teil des Darlehens, den du noch nicht abgerufen hast. Viele Banken gewähren eine zinsfreie Zeit von einigen Monaten, danach werden häufig 0,25 Prozent pro Monat auf den offenen Betrag fällig. Beim Hausbau mit Ratenzahlungen über ein Jahr und mehr solltest du die bereitstellungszinsfreie Zeit vergleichen und verhandeln. Mehr dazu →
Blower-Door-Test Bautechnik
Beim Blower-Door-Test erzeugt ein Gebläse in der Haustür einen Unter- und Überdruck von 50 Pascal. Gemessen wird, wie oft sich das Luftvolumen pro Stunde austauscht (n50-Wert). Lecks in der luftdichten Hülle lassen sich so finden, solange sie noch zugänglich sind. Für KfW-geförderte Häuser wird ein solcher Nachweis üblicherweise erbracht.
Bodenplatte Bautechnik
Die Bodenplatte ist eine bewehrte Betonplatte, auf der ein Haus ohne Keller gegründet wird. Darunter oder darüber liegt eine Wärmedämmung, damit über den Boden wenig Wärme verloren geht. Weil Hausanschlüsse und Technik dann im Erdgeschoss Platz brauchen, sollte ein Hauswirtschafts- oder Technikraum eingeplant werden. Mehr dazu →
Bodenrichtwert Planung & Genehmigung
Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für unbebauten Boden in Euro pro Quadratmeter. Ihn ermitteln die Gutachterausschüsse aus tatsächlichen Kaufpreisen (§ 196 BauGB). Du kannst ihn kostenlos im Bodenrichtwertportal deines Landes abrufen und als Orientierung für den Grundstückspreis nutzen. Mehr dazu →

D

Dachneigung Planung & Genehmigung
Die Dachneigung ist der Winkel der Dachfläche zur Waagerechten in Grad. Bebauungspläne schreiben oft einen Bereich vor, etwa 30 bis 45 Grad. Sie beeinflusst die Nutzbarkeit des Dachgeschosses, die Wahl der Dacheindeckung und den Ertrag einer Photovoltaikanlage.
Drempel Planung & Genehmigung
Drempel ist ein anderes Wort für den Kniestock, vor allem in Norddeutschland gebräuchlich. Gemeint ist die aufgemauerte Wand zwischen oberster Geschossdecke und Dachfuß, die über die Stehhöhe im Dachgeschoss entscheidet.

E

Effektivzins Finanzierung
Der Effektivzins drückt die jährlichen Gesamtkosten eines Kredits in Prozent aus. Er enthält neben dem Sollzins auch Kosten, die die Bank verlangt, etwa Bearbeitungsentgelte, und die Zahlungsweise. Die Berechnung regelt § 6 der Preisangabenverordnung (PAngV). Notar- und Grundbuchkosten für die Grundschuld sind nicht enthalten, zum Vergleich von Angeboten ist der Effektivzins besser geeignet als der Sollzins.
Effizienzhaus 40/55 Förderung
Ein Effizienzhaus 40 braucht höchstens 40 Prozent der Primärenergie und hat höchstens 55 Prozent des Wärmeverlusts über die Hülle (Transmission) eines Referenzgebäudes. Beim Effizienzhaus 55 sind es 55 und 70 Prozent. Gesetzlich gefordert sind im Neubau bis Ende 2026 55 Prozent Primärenergie, ab 2027 gilt ein neu gefasstes Referenzgebäude. Die KfW fördert das Effizienzhaus 55 im Neubau nur noch befristet bis 31. Dezember 2026 und solange Mittel vorhanden sind. Mehr dazu →
Eigenkapital Finanzierung
Eigenkapital sind die eigenen Mittel, die du in die Finanzierung einbringst, etwa Ersparnisse, Bausparguthaben oder ein bereits bezahltes Grundstück. Banken erwarten in der Regel, dass mindestens die Kaufnebenkosten damit bezahlt werden. Je mehr Eigenkapital, desto niedriger der Beleihungsauslauf und meist auch der Zins. Mehr dazu →
Eigenleistung / Muskelhypothek Finanzierung
Als Eigenleistung oder „Muskelhypothek“ zählen Arbeiten, die du selbst am Bau erbringst, etwa Malern, Bodenbeläge oder Außenanlagen. Banken erkennen sie nur in begrenztem Umfang als Eigenkapitalersatz an und verlangen eine nachvollziehbare Aufstellung. Plane realistisch: Verzögerungen durch Eigenleistung können Bereitstellungszinsen und doppelte Wohnkosten verursachen. Private Helfer müssen bei der BG BAU angemeldet werden.
Einspeisevergütung Haustechnik & Energie
Die Einspeisevergütung ist der feste Betrag pro Kilowattstunde, den du für ins Netz eingespeisten Solarstrom erhältst, bisher für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Der Satz für neue Anlagen sinkt halbjährlich. Seit dem Solarspitzengesetz vom Februar 2025 gibt es für neue Anlagen bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung. Für Anlagen ab 2027 plant die Bundesregierung mit der EEG-Novelle einen grundlegenden Umbau, Stand Mitte Oktober 2026 ist sie noch nicht beschlossen. Mehr dazu →
Energieausweis Haustechnik & Energie
Der Energieausweis beschreibt die energetische Qualität eines Gebäudes auf einer Skala von A+ bis H. Für einen Neubau wird ein Bedarfsausweis auf Grundlage der Planung ausgestellt. Beim Verkauf oder bei Vermietung muss er vorgelegt werden, Effizienzklasse und Kennwert gehören in die Immobilienanzeige. Er gilt zehn Jahre.
Energieeffizienz-Experte Planung & Genehmigung
Ein Energieeffizienz-Experte ist in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) eingetragen und für KfW-Programme zugelassen. Er plant und berechnet den Effizienzhaus-Standard, bestätigt den Antrag und prüft nach Fertigstellung die Umsetzung. Für den Klimafreundlichen Neubau und das Programm Wohneigentum für Familien ist seine Einbindung Pflicht. Mehr dazu →
Erschließung Planung & Genehmigung
Erschließung ist der Anschluss eines Grundstücks an Straße, Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation. Für die öffentlichen Anlagen erhebt die Gemeinde Erschließungsbeiträge und trägt selbst mindestens 10 Prozent des Aufwands (§ 129 BauGB). Die Hausanschlüsse vom Grundstück zum Netz zahlst du zusätzlich. Kläre vor dem Kauf, ob ein Grundstück „erschlossen“ ist und ob noch Beiträge offen sind. Mehr dazu →
ESIS-Merkblatt Finanzierung
Das ESIS-Merkblatt (Europäisches Standardisiertes Merkblatt) muss dir die Bank vor Abschluss eines Immobilienkredits aushändigen (§ 491a BGB in Verbindung mit Art. 247 EGBGB). Es zeigt Darlehensbetrag, Sollzins, Effektivzins, Rate, Laufzeit, Gesamtkosten und Bedingungen für vorzeitige Rückzahlung in einheitlicher Form. Damit kannst du Angebote verschiedener Banken direkt vergleichen.
Estrich Bautechnik
Estrich ist die Schicht auf der Rohdecke, die den Boden eben macht und Lasten verteilt. Im Wohnungsbau sind Zement- und Calciumsulfat-Fließestrich üblich, meist als schwimmender Estrich auf Trittschall- und Wärmedämmung. Bei einer Fußbodenheizung liegen die Heizrohre im Estrich. Vor dem Belegen muss er austrocknen und Belegreife erreichen.

F

Fertigstellungssicherheit Recht & Verträge
Beim Verbraucherbauvertrag muss dir der Unternehmer mit der ersten Abschlagszahlung eine Fertigstellungssicherheit in Höhe von 5 Prozent der Gesamtvergütung leisten (§ 650m Abs. 2 BGB). Sie sichert die rechtzeitige und mangelfreie Fertigstellung. Sie kann als Bankbürgschaft oder als Einbehalt von den Abschlägen gestellt werden. Mehr dazu →
Feuerrohbauversicherung Recht & Verträge
Die Feuerrohbauversicherung schützt das Haus während der Bauzeit gegen Feuer, Blitzschlag und Explosion. Sie ist meist beitragsfrei in einer Wohngebäudeversicherung enthalten, die du schon zu Baubeginn abschließt und die nach Fertigstellung in den normalen Schutz übergeht. Banken achten darauf, dass dieser Schutz besteht.
Firsthöhe Planung & Genehmigung
Die Firsthöhe ist die Höhe des obersten Dachpunkts, meist gemessen ab einem im Bebauungsplan festgelegten Bezugspunkt, etwa der Straßenoberkante. Bebauungspläne begrenzen sie häufig. Prüfe den Bezugspunkt genau, bei Hanglage entscheidet er über ganze Geschossteile.
Forward-Darlehen Finanzierung
Mit einem Forward-Darlehen sicherst du dir heute den Zins für eine Anschlussfinanzierung, die erst in der Zukunft beginnt, häufig bis zu fünf Jahre im Voraus. Für die Vorlaufzeit verlangt die Bank einen Zinsaufschlag, der mit der Dauer steigt. Du musst das Darlehen später abnehmen, auch wenn die Zinsen bis dahin gefallen sind. Mehr dazu →
Fußbodenheizung Haustechnik & Energie
Bei der Fußbodenheizung liegen Heizrohre im Estrich und geben Wärme über die gesamte Bodenfläche ab. Weil die Fläche groß ist, reichen niedrige Vorlauftemperaturen, was gut zu einer Wärmepumpe passt. Sie reagiert träge, deshalb wird sie über Einzelraumregler und einen hydraulischen Abgleich eingestellt statt häufig hoch- und runtergeregelt. Mehr dazu →

G

Generalunternehmer Recht & Verträge
Ein Generalunternehmer errichtet das Haus als einziger Vertragspartner. Er führt einen Teil der Arbeiten selbst aus und beauftragt für den Rest Subunternehmer. Mängel reklamierst du nur bei ihm. Anders als beim Bauträger baust du dabei auf deinem eigenen Grundstück.
Gewährleistung Recht & Verträge
Die Gewährleistung gibt dir Rechte bei Mängeln am Bauwerk, vor allem auf Nachbesserung. Für Bauwerke verjähren die Ansprüche nach BGB in fünf Jahren ab Abnahme (§ 634a BGB). Melde Mängel schriftlich und vor Ablauf der Frist, am besten mit Fotos und Fristsetzung.
GFZ Planung & Genehmigung
Die Geschossflächenzahl (GFZ) gibt an, wie viel Geschossfläche aller Vollgeschosse im Verhältnis zur Grundstücksfläche zulässig ist (§ 20 BauNVO). Bei 600 m² Grundstück und GFZ 0,6 sind 360 m² Geschossfläche erlaubt. Ob Flächen im Dach- oder Kellergeschoss mitzählen, hängt davon ab, ob sie Vollgeschosse sind.
GModG (früher GEG) Haustechnik & Energie
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat am 29. Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst und viele seiner Regeln übernommen. Die Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, ist entfallen. Bis Ende 2026 dürfen Neubauten höchstens 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes haben. Ab 2027 gelten ein neu gefasstes Referenzgebäude und angepasste Primärenergiefaktoren, die Anforderungen werden damit eher milder. Eine Solarpflicht für neue Wohngebäude ist erst ab 2030 vorgesehen. Mehr dazu →
Grundbuch Recht & Verträge
Das Grundbuch beim Amtsgericht verzeichnet für jedes Grundstück die Eigentumsverhältnisse und Belastungen. Abteilung I nennt den Eigentümer, Abteilung II Lasten und Beschränkungen wie Wegerechte, Dienstbarkeiten oder Vormerkungen, Abteilung III Grundschulden und Hypotheken. Lies vor dem Kauf einen aktuellen Auszug.
Grunderwerbsteuer Recht & Verträge
Die Grunderwerbsteuer fällt beim Kauf eines Grundstücks an. Die Länder legen den Satz selbst fest, er liegt im Oktober 2026 zwischen 3,5 Prozent (Bayern) und 6,5 Prozent (Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein). Kaufst du nur das Grundstück und beauftragst den Bau unabhängig davon, zahlst du sie nur auf den Grundstückspreis. Bei 200 000 Euro und 5 Prozent sind das 10 000 Euro. Mehr dazu →
Grundschuld Finanzierung
Die Grundschuld ist die übliche Sicherheit für einen Immobilienkredit. Sie wird vom Notar bestellt und in Abteilung III des Grundbuchs eingetragen. Zahlst du nicht, kann die Bank die Zwangsversteigerung betreiben. Anders als eine Hypothek bleibt die Grundschuld auch nach vollständiger Tilgung bestehen, bis du ihre Löschung veranlasst.
GRZ Planung & Genehmigung
Die Grundflächenzahl (GRZ) gibt an, welcher Anteil des Grundstücks von Gebäuden überdeckt werden darf (§ 19 BauNVO). Bei 600 m² und GRZ 0,4 sind das 240 m². Garagen, Stellplätze und Zufahrten dürfen die GRZ in der Regel um bis zu 50 Prozent überschreiten, höchstens bis 0,8.

H

Hausanschluss Haustechnik & Energie
Der Hausanschluss verbindet dein Haus mit den Netzen für Strom, Wasser, Abwasser, Telekommunikation und gegebenenfalls Gas oder Fernwärme. Die Kosten berechnen die Netzbetreiber nach eigenen Preisblättern, zusammen kommen oft mehrere tausend bis über zehntausend Euro zusammen. Beantrage die Anschlüsse früh, weil Netzbetreiber teils Monate Vorlauf brauchen. Mehr dazu →
Haushaltsrechnung Finanzierung
In der Haushaltsrechnung stellt die Bank deine monatlichen Nettoeinnahmen allen Ausgaben gegenüber: Lebenshaltung, Versicherungen, Auto, Kredite und künftige Nebenkosten des Hauses. Was übrig bleibt, begrenzt die mögliche Kreditrate. Plane einen Puffer ein, statt die Rate bis an die Grenze auszureizen. Mehr dazu →
HOAI Planung & Genehmigung
Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) gliedert Planerleistungen in neun Leistungsphasen, von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. Seit 2021 sind die Honorartafeln nicht mehr verbindlich, sondern dienen als Orientierung. Das Honorar wird frei vereinbart, sonst gilt der Basishonorarsatz.

I

Installationszonen Haustechnik & Energie
Installationszonen nach DIN 18015-3 sind festgelegte Streifen an Wänden, in denen Elektroleitungen verlaufen. Waagerechte Zonen liegen 15 bis 45 cm unter der Decke und über dem Fußboden, senkrechte Zonen 10 bis 30 cm neben Türen, Fenstern und Raumecken. Wer sich daran hält, weiß später, wo er nicht bohren sollte. Mehr dazu →

J

Jahresarbeitszahl Haustechnik & Energie
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr pro Kilowattstunde Strom liefert. Bei einer JAZ von 4 werden aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme. Sie hängt stark von der Vorlauftemperatur und der Wärmequelle ab. Erdwärmepumpen erreichen meist höhere Werte als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Mehr dazu →

K

Kaufnebenkosten Finanzierung
Kaufnebenkosten fallen beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie zusätzlich zum Kaufpreis an: Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland), Notar und Grundbuch (zusammen rund 1,5 bis 2 Prozent) und gegebenenfalls Maklerprovision. Je nach Land und Makler kommen etwa 5 bis gut 12 Prozent zusammen. Banken erwarten, dass du sie aus Eigenkapital zahlst. Mehr dazu →
Keller Bautechnik
Ein Keller schafft zusätzliche Fläche für Technik, Lager oder Wohnräume und kostet deutlich mehr als eine Bodenplatte. Bei Hanglage oder hohem Grundwasser steigen die Kosten weiter, weil eine aufwendige Abdichtung wie die Weiße Wanne nötig wird. Ob er sich lohnt, hängt vom Platzbedarf und vom Baugrund ab. Mehr dazu →
KfW Förderung
Die KfW ist die Förderbank des Bundes. Für private Bauherren bietet sie zinsgünstige Kredite, etwa im Klimafreundlichen Neubau (297/298) und im Programm Wohneigentum für Familien (300). Der Antrag läuft über deine Bank und muss gestellt werden, bevor du mit dem Vorhaben beginnst. Einen Rechtsanspruch auf Förderung gibt es nicht. Mehr dazu →
Klimafreundlicher Neubau (KfW 297/298) Förderung
Der Klimafreundliche Neubau fördert Effizienzhäuser 40, die zusätzlich Grenzwerte für Treibhausgase im Lebenszyklus einhalten. Laut Merkblatt Stand 07/2026 beträgt der Kredit bis zu 100 000 Euro je Wohneinheit, mit QNG-Zertifikat bis zu 150 000 Euro. Befristet bis 31. Dezember 2026 gibt es außerdem bis zu 100 000 Euro für ein Effizienzhaus 55 ohne fossile Heizung. Mehr dazu →
Kniestock Planung & Genehmigung
Der Kniestock ist die senkrechte Außenwand im Dachgeschoss zwischen Geschossdecke und Dachansatz. Ein höherer Kniestock vergrößert die nutzbare Fläche mit voller Stehhöhe deutlich. Bebauungspläne begrenzen seine Höhe häufig, weil er sonst ein zusätzliches Vollgeschoss erzeugen kann.
Kontrollierte Wohnraumlüftung Haustechnik & Energie
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung tauscht die Raumluft mit Ventilatoren aus, meist mit Wärmerückgewinnung. Zentrale Anlagen verteilen die Luft über Kanäle, dezentrale Geräte sitzen in der Außenwand einzelner Räume. Sie sichert den Mindestluftwechsel in einem dichten Neubau, senkt Lüftungswärmeverluste und muss regelmäßig gewartet werden.

L

Lüftungskonzept Haustechnik & Energie
Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 klärt, ob der nötige Luftaustausch zum Feuchteschutz ohne Zutun der Bewohner gesichert ist. Für Neubauten ist es nach der Norm zu erstellen. Reicht die Lüftung durch Undichtheiten nicht aus, sind lüftungstechnische Maßnahmen nötig, etwa Außenluftdurchlässe oder eine Lüftungsanlage.

M

MaBV Recht & Verträge
Die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) schützt dich beim Kauf vom Bauträger. Er darf Geld erst annehmen, wenn unter anderem der Vertrag wirksam, eine Vormerkung eingetragen und die Baugenehmigung erteilt ist (§ 3 MaBV). Gezahlt wird in höchstens sieben Raten nach Baufortschritt, zum Beispiel 30 Prozent nach Beginn der Erdarbeiten.
Maklerprovision Recht & Verträge
Die Maklerprovision beim Kauf von Einfamilienhäusern und Wohnungen durch Verbraucher ist seit Dezember 2020 geregelt (§§ 656c, 656d BGB): Wird der Makler für beide Seiten tätig, teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision zu gleichen Teilen. Beauftragt nur der Verkäufer, darf er höchstens die Hälfte auf dich abwälzen. Üblich sind je Seite 3,57 Prozent inklusive Umsatzsteuer, die Höhe ist aber frei verhandelbar. Mehr dazu →
Mehrspartenhauseinführung Haustechnik & Energie
Eine Mehrspartenhauseinführung führt Strom, Wasser, Telekommunikation und gegebenenfalls Gas gebündelt und dicht durch Bodenplatte oder Kellerwand ins Haus. Bei Häusern ohne Keller ist sie heute üblich, welches System zulässig ist, geben die Netzbetreiber vor, deshalb wird sie früh mit ihnen abgestimmt und schon vor dem Betonieren gesetzt. Mehr dazu →

N

Nachtrag Recht & Verträge
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche oder geänderte Leistung, die nicht im ursprünglichen Bauvertrag enthalten ist, etwa eine weitere Steckdose oder ein anderes Fenster. Die Vergütung dafür richtet sich nach §§ 650b und 650c BGB. Vereinbare Nachträge immer schriftlich mit Preis, bevor sie ausgeführt werden.
Notar Recht & Verträge
Der Notar beurkundet Grundstückskaufverträge, Bauträgerverträge und Grundschulden. Er ist zur Neutralität verpflichtet, muss beide Seiten belehren, und als Verbraucher sollst du den Vertragsentwurf in der Regel zwei Wochen vor dem Termin erhalten (§ 17 Abs. 2a BeurkG). Seine Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und sind nicht verhandelbar.
Notaranderkonto Recht & Verträge
Über ein Notaranderkonto zahlst du den Kaufpreis an den Notar, der ihn erst auszahlt, wenn alle vereinbarten Bedingungen erfüllt sind. Das kostet zusätzliche Gebühren und ist nur bei einem berechtigten Sicherungsinteresse zulässig (§ 57 BeurkG), etwa wenn Altschulden des Verkäufers abgelöst werden müssen. Üblich ist die direkte Zahlung nach Fälligkeitsmitteilung des Notars.

P

Prolongation Finanzierung
Prolongation heißt, dass du die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung bei derselben Bank zu neuen Konditionen weiterfinanzierst. Das ist ohne neue Grundschuld und ohne Notar möglich und daher bequem. Das Verlängerungsangebot der Hausbank ist aber nicht immer das günstigste, ein Vergleich mit anderen Banken lohnt sich. Mehr dazu →

Q

QNG Förderung
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Siegel für besonders nachhaltige Gebäude in den Stufen QNG-PLUS und QNG-PREMIUM. Die Zertifizierung erfolgt durch eine akkreditierte Stelle mit einer Beraterin oder einem Berater für Nachhaltigkeit. Mit QNG steigt der KfW-Kredit im Klimafreundlichen Neubau auf bis zu 150 000 Euro je Wohneinheit. Die Zertifizierung kostet Geld und Zeit. Mehr dazu →

R

RCD / FI-Schalter Haustechnik & Energie
Ein RCD (Fehlerstrom-Schutzschalter, früher FI-Schalter) trennt einen Stromkreis innerhalb von Millisekunden, wenn Strom über einen Fehlerweg abfließt, etwa durch einen Menschen. Für Steckdosenstromkreise im Wohnbereich ist ein RCD mit einem Bemessungsfehlerstrom von höchstens 30 mA vorgeschrieben. Mit der Prüftaste kannst du die Funktion regelmäßig testen. Mehr dazu →
Restschuld Finanzierung
Die Restschuld ist der Teil des Darlehens, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht getilgt ist, meist betrachtet zum Ende der Zinsbindung. Sie muss dann mit einer Anschlussfinanzierung weiterfinanziert oder zurückgezahlt werden. Eine höhere Tilgung oder Sondertilgungen senken die Restschuld und damit das Zinsänderungsrisiko. Mehr dazu →
Richtfest Planung & Genehmigung
Das Richtfest wird gefeiert, wenn der Rohbau steht und der Dachstuhl aufgerichtet ist. Traditionell lädt der Bauherr die Handwerker ein, der Zimmermann spricht den Richtspruch. Rechtlich hat es keine Bedeutung, es ist aber ein guter Zeitpunkt, um den Bautenstand mit dem Bauzeitenplan abzugleichen. Mehr dazu →
Ringanker Bautechnik
Ein Ringanker ist ein umlaufendes, bewehrtes Bauteil, meist aus Stahlbeton, auf der Höhe von Decken oder am oberen Wandabschluss. Er verbindet die Außenwände zu einem steifen Rahmen und nimmt Zugkräfte auf, etwa aus Wind oder dem Dach. Ob und wo er nötig ist, legt die Statik fest.

S

Schlüsselfertig Recht & Verträge
Schlüsselfertig bedeutet, dass der Anbieter das Haus bezugsfertig übergibt. Der Begriff ist gesetzlich nicht definiert. Was genau enthalten ist, etwa Bodenbeläge, Malerarbeiten, Hausanschlüsse oder Außenanlagen, steht nur in der Baubeschreibung. Prüfe deshalb Posten für Posten. Mehr dazu →
Smart Meter Haustechnik & Energie
Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) besteht aus einem digitalen Zähler und einem Smart-Meter-Gateway, das Daten sicher übermittelt. Pflicht ist es bei einem Verbrauch über 6 000 kWh im Jahr, bei einer Erzeugungsanlage über 7 kW und bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Die Kosten sind gesetzlich gedeckelt, für Wärmepumpe oder Wallbox auf 50 Euro brutto im Jahr, plus Steuerbox. Mehr dazu →
Sollzins Finanzierung
Der Sollzins (früher Nominalzins) ist der vertraglich vereinbarte Zinssatz, mit dem die Bank die Zinsen auf die jeweilige Restschuld berechnet. Er enthält keine Nebenkosten. Für den Vergleich verschiedener Angebote ist der Effektivzins aussagekräftiger.
Sondertilgung Finanzierung
Eine Sondertilgung ist eine Zahlung zusätzlich zur regulären Rate. Viele Banken erlauben jährlich bis zu 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme kostenlos, manche mehr. Das Recht muss im Darlehensvertrag stehen, sonst kann die Bank zusätzliche Rückzahlungen während der Zinsbindung ablehnen.
Statik / Prüfstatik Planung & Genehmigung
Die Statik (Standsicherheitsnachweis) berechnet ein Tragwerksplaner. Sie weist nach, dass Wände, Decken, Dach und Fundament die Lasten sicher tragen. Bei der Prüfstatik kontrolliert ein unabhängiger Prüfingenieur diese Berechnung. Ob sie für ein Einfamilienhaus nötig ist, regelt die Bauordnung des Landes, frag beim Anbieter nach, ob sie im Preis enthalten ist. Mehr dazu →

T

Teilungserklärung Recht & Verträge
Die Teilungserklärung teilt ein Grundstück mit Gebäude in Wohnungs- oder Teileigentum auf (§ 8 WEG). Sie legt fest, was Sondereigentum und was Gemeinschaftseigentum ist und welche Miteigentumsanteile bestehen. Beim Kauf einer Doppelhaushälfte oder Wohnung nach WEG solltest du sie zusammen mit der Gemeinschaftsordnung lesen.
Tilgung Finanzierung
Tilgung ist der Teil der Rate, der das Darlehen tatsächlich zurückzahlt. Bei Baukrediten wird eine anfängliche Tilgung in Prozent der Darlehenssumme vereinbart, häufig 2 bis 3 Prozent. Je höher die Tilgung, desto schneller sinkt die Restschuld und desto weniger Zinsen zahlst du insgesamt. Mehr dazu →

U

U-Wert Bautechnik
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Bauteil und Kelvin Temperaturunterschied verloren geht, in W/(m²K). Je kleiner, desto besser dämmt das Bauteil. Ein neues Fenster mit Dreifachverglasung erreicht etwa 0,7 bis 0,9 W/(m²K), eine gut gedämmte Neubau-Außenwand liegt meist deutlich unter 0,2 W/(m²K).
Unbedenklichkeitsbescheinigung Recht & Verträge
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung stellt das Finanzamt aus, sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt, gesichert oder gestundet ist. Ohne sie wirst du nicht als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen (§ 22 GrEStG). Die Steuer ist einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids fällig. Mehr dazu →

V

Verbraucherbauvertrag Recht & Verträge
Ein Verbraucherbauvertrag liegt vor, wenn sich ein Unternehmer gegenüber dir als Verbraucher zum Bau eines neuen Gebäudes oder zu erheblichen Umbauten verpflichtet (§ 650i BGB). Er muss in Textform geschlossen werden. Du hast ein 14-tägiges Widerrufsrecht (§ 650l BGB), Anspruch auf eine Baubeschreibung und eine Fertigstellungssicherheit, und die Abschläge sind auf 90 Prozent begrenzt. Mehr dazu →
Vertragsstrafe Recht & Verträge
Mit einer Vertragsstrafe vereinbarst du einen festen Betrag, den der Unternehmer bei Überschreitung des Fertigstellungstermins zahlt, etwa pro Werktag. In vorformulierten Verträgen hält die Rechtsprechung Tagessätze von etwa 0,2 bis 0,3 Prozent und eine Obergrenze von 5 Prozent der Auftragssumme für zulässig. Ohne Vertragsstrafe musst du einen Verzugsschaden einzeln nachweisen.
Vollfinanzierung Finanzierung
Bei einer Vollfinanzierung leiht dir die Bank den gesamten Kauf- oder Baupreis, bei einer 110-Prozent-Finanzierung zusätzlich die Nebenkosten. Banken verlangen dafür höhere Zinsen und ein sicheres, gutes Einkommen. Weil die Nebenkosten keinen Gegenwert schaffen, startest du mit einer Schuld, die über dem Beleihungswert liegt. Mehr dazu →
Volltilgerdarlehen Finanzierung
Beim Volltilgerdarlehen ist die Zinsbindung so lang wie die Gesamtlaufzeit. Am Ende ist das Darlehen vollständig getilgt, eine Restschuld und damit ein Zinsänderungsrisiko gibt es nicht. Banken gewähren dafür oft einen kleinen Zinsabschlag, die Rate ist wegen der höheren Tilgung aber höher.
Vorfälligkeitsentschädigung Finanzierung
Die Vorfälligkeitsentschädigung verlangt die Bank, wenn du ein Darlehen mit fester Zinsbindung vorzeitig zurückzahlst (§ 502 BGB), etwa beim Verkauf. Sie gleicht den Zinsschaden der Bank aus. Keine Entschädigung fällt an, wenn du zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung mit sechs Monaten Frist nach § 489 BGB kündigst oder wenn die Vertragsangaben zur Berechnung fehlen oder unzureichend sind.
Vorkaufsrecht Recht & Verträge
Die Gemeinde hat in bestimmten Fällen ein gesetzliches Vorkaufsrecht an Grundstücken (§§ 24 ff. BauGB), etwa in Sanierungsgebieten, und der Notar fragt nach dem Kaufvertrag bei der Gemeinde an, ob sie es ausübt. Erst wenn die Verzichtserklärung (Negativattest) vorliegt, kann der Vertrag vollzogen werden. Daneben kann ein privates Vorkaufsrecht im Grundbuch stehen.
Vorlauftemperatur Haustechnik & Energie
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das in Heizkörper oder Fußbodenheizung fließt. Je niedriger sie ist, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe und desto höher ist die Jahresarbeitszahl. Neubauten mit Fußbodenheizung kommen typischerweise mit rund 35 Grad oder weniger aus. Mehr dazu →

W

Wärmepumpe Haustechnik & Energie
Eine Wärmepumpe entzieht Luft, Erdreich oder Grundwasser Wärme und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Im Neubau ist sie die häufigste Heizung. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind günstiger in der Anschaffung, Erdwärmepumpen arbeiten effizienter. Bei der Aufstellung im Freien sind die Lärmschutzregeln zu beachten. Mehr dazu →
Weiße Wanne Bautechnik
Eine Weiße Wanne ist ein Keller aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton). Bodenplatte und Wände bilden zusammen die Abdichtung, eine zusätzliche Bitumenschicht ist nicht nötig. Fugen und Durchdringungen müssen sorgfältig mit Fugenbändern und Dichtungen ausgeführt werden. Sie wird bei Grundwasser oder drückendem Wasser eingesetzt. Mehr dazu →
Wohneigentum für Familien (KfW 300) Förderung
Das KfW-Programm Wohneigentum für Familien fördert Familien mit Kindern beim Bau oder Erstkauf eines klimafreundlichen Neubaus. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind höchstens 90 000 Euro betragen, plus 10 000 Euro je weiterem Kind. Der Kredit beträgt je nach Kinderzahl 170 000 bis 220 000 Euro, mit QNG 220 000 bis 270 000 Euro. Mehr dazu →
Wohnflächenverordnung Planung & Genehmigung
Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) regelt, wie die Wohnfläche berechnet wird. Flächen mit mindestens 2 Metern lichter Höhe zählen voll, zwischen 1 und 2 Metern zur Hälfte, darunter gar nicht. Balkone und Terrassen zählen in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte. Bauverträge verwenden manchmal andere Berechnungen, prüfe deshalb die Grundlage der Flächenangabe.
Wohngebäudeversicherung Recht & Verträge
Die Wohngebäudeversicherung schützt das fertige Haus gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, gegen Aufpreis auch gegen Elementarschäden wie Starkregen oder Hochwasser. Banken verlangen sie als Bedingung für das Darlehen. Wird sie zu Baubeginn abgeschlossen, ist der Feuerrohbau meist beitragsfrei mitversichert.
Wohnungsbauprämie Förderung
Die Wohnungsbauprämie ist ein staatlicher Zuschuss zum Bausparen. Sie beträgt 10 Prozent der Sparleistung von höchstens 700 Euro im Jahr (Paare 1 400 Euro), also bis zu 70 beziehungsweise 140 Euro. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen von höchstens 35 000 Euro (Paare 70 000 Euro), ein Mindestalter von 16 Jahren und die Verwendung für wohnwirtschaftliche Zwecke.

Z

Zählerschrank Haustechnik & Energie
Im Zählerschrank sitzen Stromzähler, Hauptsicherung und oft der Stromkreisverteiler. Aufbau und Platzbedarf regeln die Technischen Anschlussbedingungen (VDE-AR-N 4100) und die Vorgaben des Netzbetreibers. Plane ihn großzügig, denn Smart-Meter-Gateway, Steuerbox nach § 14a EnWG, ein zweiter Zähler für die Wärmepumpe sowie PV und Speicher brauchen zusätzlichen Platz. Mehr dazu →
Zinsbindung Finanzierung
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, für den der Sollzins fest vereinbart ist, üblich sind 10, 15 oder 20 Jahre. Danach wird die Restschuld zu dann geltenden Zinsen weiterfinanziert. Längere Bindungen kosten meist einen Zinsaufschlag, geben aber Planungssicherheit. Nach § 489 BGB kannst du ein Festzinsdarlehen frühestens zehn Jahre nach vollständiger Auszahlung ohne Entschädigung kündigen. Mehr dazu →
Zweckerklärung Finanzierung
Die Zweckerklärung (Sicherungszweckerklärung) legt fest, welche Forderungen der Bank die Grundschuld absichert. Bei einer engen Zweckerklärung ist es nur das konkrete Baudarlehen. Eine weite Zweckerklärung erfasst auch andere, künftige Kredite bei derselben Bank. Lies diesen Teil des Darlehensvertrags genau.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Die Erklärungen dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.